zur Startseite ROW-People.de - Dein Online-Landkreis-Magazin - oranger geht nicht!
Kolumnen
Stöbern

Termine
Termin melden
Bilder
Kino

Hurricane
Local Heroes
Musik-Tipp
Bücher
Mixtape
der ROW-People
ROW-Links

Muckernews
Bands

Forum
E-Mail-Addis
Gastautor
Kleinanzeigen
Grußkarten
Gästebuch
Chat

Verein
Technik-News
Newsletter


Freunde:
HB-People.de - Dein Online-Stadt-Magazin für Bremen
Startseite > Käseblatt > musik > The Gaslight Anthem im Interview
Wääärpunk:
typ:kaeseblattfolder:2010-07file:DSC00756.jpg

11.07.2010:
The Gaslight Anthem im Interview
Ben Horowitz von The Gaslight Anthem im Interview über Kulturclashphänomene, innere Alterserscheinungen... und Fischreste

268 mal gelesen

Die Sonne lacht am Himmelszelt, draußen läuten Katzenjammer den dritten Tag des Hurricane Festivals ein – Drummer Ben Horowitz von The Gaslight Anthem freut sich auf die Konzerte von Vampire Weekend und Turbostaat und insbesondere darauf, die neuen Songs von "American Slang" dem gespannten Publikum vorstellen zu dürfen. Zuvor redet er jedoch mit uns über Kulturclashphänomene, innere Alterserscheinungen... und Fischreste.

Heute ist beinahe das erste Mal, dass ihr eure neuen Lieder live spielt, oder?

Ben Horowitz: Ja, wir hatten vor ca. drei Tagen aber schon eine Releaseshow in New York. Dort war dann die eigentliche Premiere.

Ich habe vor einer Weile aber schon eine Radioshow gehört, in der Brian (Fallon, Sänger und Gitarrist der Band, Anm. des Autors) einige Songs alleine auf der Akustikgitarre gespielt hat. Es ist lustig, so reduziert klingen die Songs immer sehr viel trauriger und deprimierter.

Ben: Ja, besonders bei den neuen Songs, auch wegen der Texte. Die sind vielleicht nicht deprimierend, aber... real. Keine Poptexte. Sie sind schon nachdenklicher.

Und trotzdem wirkt „American Slang“ etwas unbeschwerter auf mich. Selbstsicherer und auch etwas polierter, was die Musik angeht.

Ben: Auf jeden Fall selbstsicherer, ja. Ich glaube, manche der Lieder hätten wir vor ein paar Jahren noch nicht schreiben können. Wenn man Songs schreiben will, die etwas anders sind, und sich dann dabei zurückhält, klappt das nicht – ganz oder gar nicht. Was „poliert“ angeht: Wir haben es eigentlich genauso aufgenommen wie „The '59 Sound“ auch, haben nur den Hall etwas mehr von Brians Gesang genommen und die Gitarren etwas mehr verzerrt.

Als damals „American Slang“ als erster neuer Song auf MySpace gestellt wurde, fragte ich mich, wie „American Slang“ genau klingt – also der Slang, nicht das Album.

Ben: Es ist die bestimmte Sprache eines Ortes – des Untergrunds. Für mich ist es mehr oder weniger die Sprache des einfachen Mannes. Wenn man sich die Nachrichten anschaut, gibt es ja nur eine sehr kleine Gruppe von Menschen, über die gesprochen wird, aber Amerika ist ja riesig. Überall passiert etwas, man muss nur seine Augen öffnen und sieht überall Leute mit Problemen und hört ihre Sprache. Das alles in Kombination ist der „American Slang“.

Steckt da auch etwas exklusiv Amerikanisches drin, das ich als Nicht-Amerikaner vielleicht gar nicht verstehen könnte?

Ben: Das ist ja eigentlich ganz lustig – abgesehen von den amerikanischen Ureinwohnern ist Amerika ja eigentlich nur ein Zusammenschluss anderer Kulturen. Weniges ist wirklich ursprünglich amerikanisch. Barbecue vielleicht, Jazz und Blues. Das gibt’s natürlich alles mittlerweile überall, aber diese Dinge haben wir auch wirklich selber erfunden. Ansonsten sind wir eigentlich ein Riesen...Gulasch verschiedener Einflüsse, die erst nach Generationen amerikanisch geworden sind. Meine Großeltern waren auch noch Einwanderer, aus Russland und Polen, und besonders in unserer Gegend in New Jersey ist das bei vielen so.

Das Albumcover von „American Slang“ sieht für mich auch relativ „amerikanisch“ aus. Es besteht ja aus Fotos, die ihr selber geschossen habt, die ich auch ohne Vorwissen alle der USA zuordnen würde.

Ben: Das wollten wir eigentlich auch darstellen. Die vier Bilder, die ich gemacht habe, wurden alle auf der Bahnfahrt von meiner Wohnung zu unserem Studio geschossen. Ich wollte so unverfälscht wie möglich zeigen, woher ich komme. Viele Brücken, viele Autos....

Fühlst du dich mit diesen Orten emotional verbunden?

Ben: Ja, klar. Ich meine, ich bin 29 Jahre alt und habe nie wirklich New Jersey verlassen. Die Stadt ist ein riesiger Teil davon, wie ich mich fühle und was ich bin. Deine Herkunft ist ein wichtiges Charakteristikum deiner Persönlichkeit – zumindest meistens.

Naja, du bist aber ja mittlerweile schon ziemlich herumgekommen.

Ben: Ja, das ist das Tolle daran, Musik zu machen. Ohne die Band hätte ich nicht einmal ansatzweise soviel reisen können, wie ich es nun tue. Oft sieht man zwar nur die Clubs und bekommt die Stadt selber gar nicht mit, aber auch dann trifft man Menschen und isst das einheimische Essen und kann mit der Kultur interagieren.

Magst du an der deutschen Kultur irgendetwas besonders gerne? Deutsches Essen?

Ben: Naja, ich bin Vegetarier, daher kann ich mich mit Bratwurst und so nicht anfreunden. Ich esse hier meistens Essen aus anderen Kulturen. Ich hol mir im Dönerladen dann ein Falafel oder eine Pizza. Es gibt auch ein tolles Tofugericht, das dort gemacht wird, mit irgendeiner weißen Soße, auch wenn ich keine Ahnung hab, was da genau drin ist. Das ist super. Auf unserer ersten Tour haben wir oft in sehr kleinen Clubs gespielt, und um alle, 50 Leute oder so, satt zu bekommen, wurden da oft riesige Töpfe mit veganem Eintopf gemacht. Das haben sie immer super geschafft (lacht).

In manchen Clubs soll es aber sehr schwer für Vegetarier sein. Ein veganes Mitglied von Dillenger Escape Plan hat einmal erzählt, dass sein veganes Gericht aus einer Paprika und einem Plastikmesser bestand. Nach Island solltest du als Vegetarier wahrscheinlich auch nicht reisen.

Ben: Viel Fisch, oder? Das war in Japan wirklich schwierig. Überall Fisch. Selbst Gerichte, die nichts mit Fisch zu tun hatten, beinhalteten irgendwelchen Fischsaft oder Fischflocken!

Bis vor einer Weile waren sogar in Fanta noch Fischreste.

Ben: In FANTA? Oh nein. Ich hab' immer sehr viel Fanta getrunken. Fisch steckt echt in einer Menge Sachen, von denen man es nie erwarten würde. Caesar-Dressing, Miso-Suppe...

Und Gelatine in Gummibärchen...Irgendwie sind wir gerade ziemlich abgeschweift, oder?

Ben: Stimmt, wo waren wir?

Wir haben über die Fotos auf dem Albumcover gesprochen, da wollte ich eigentlich fragen, ob ihr nostalgische Menschen seid. Die Lyrics des neuen Albums sind ja auch sehr vergangenheitsbezogen – ihr seid ja auch noch nicht so alt, dass Brian wie in „Orphans“ über aging bones singen müsste.

Ben: Brian schreibt eben sehr autobiographisch, meistens über das, was er mit eigenen Augen gesehen hat. Das ist ganz ähnlich wie mit den Bildern. Wegen den aging bones: Irgendwie fühlen wir uns aber alt. Brian und ich denken manchmal, dass wir die ältesten 29- bzw. 30jährigen der Welt sind. Wir hatten eben schon ein sehr langes und interessantes Leben, viel gesehen und viel getan. Aber du hast schon recht, manchmal tun wir so als wären wir 60 (lacht). Das kommt auch durch das Touren, auch wenn das manchmal genau die entgegengesetzte Wirkung haben kann. Dann denkt man, man hätte keine Verantwortung mehr und baut nur noch Scheiße, nimmt Drogen und so. Da gibt es wohl zwei Wege.

Das Rockstar-Klischee.

Ben: Ja, genau. Lauf nur lange genug über das Festivalgelände und du wirst genau das erleben. Ich versteh's einfach nicht. Klar, wenn man als Band einen bestimmten Punkt erreicht, muss man auch eigentlich gar nichts mehr tun, wenn man nicht will. Man könnte den ganzen Tag im Bett liegen und schlafen, irgendwann aufgeweckt werden, auf die Bühne gehen, spielen und sich danach betrinken. Aber ich verstehe einfach nicht, an welchem Punkt ein normaler Mensch seine persönliche Verantwortung aufgibt, nur weil er etwas Erfolg hatte. Das ergibt für mich keinen Sinn.

Julian Casablancas, Sänger der Strokes, die heute Headliner sind, hat bei deren letztem Auftritt auch einfach einmal eine Fernsehkamera im Wert von 100.000 Euro zerballert.

Ben: Oh Mann. Musste er dafür bezahlen? Leisten könnten sie es sich ja. Sowas ist doch Scheiße, Mann. Das versteh ich nicht. Naja, vielleicht liegt es bei einigen Bands daran, dass sie ihren Erfolg schon mit 16 oder 17 haben und niemals ein „normaler“ Erwachsener waren. Wir zum Beispiel haben ein gewöhnliches, anstrengendes Leben gelebt, bis wir ungefähr Mitte 20 waren. Ich habe Brian erst mit 25 getroffen. Davor waren wir noch recht stark in unserem Leben verwurzelt, vielleicht konnten wir deswegen besser damit umgehen.

Das Wort, das in der deutschen Presse wohl am häufigsten benutzt wird, um euch zu beschreiben, ist übrigens auch „ehrlich“.

Ben: Das finde ich sehr positiv. Wie gesagt, ich verstehe nicht, wenn Musiker sich auf einmal besser vorkommen als andere. Ich mache einfach gerne Musik, in der andere eventuell etwas finden. Ich liebe was ich tue und bin sehr dankbar dafür. Hoffentlich können wir das noch lange tun, wir hatten sehr viel Glück – ich kenne bestimmt 100 Kids in New Jersey, die das auch gerne tun könnten. Solche Chancen sollte man sich nicht verscherzen.

Das stimmt wohl. Aber ihr macht doch sicher auch irgendwas, das dem Rock-Klischee irgendwie entspricht? Sei mal ehrlich.

Ben: Wir? Ich weiß nicht. Uns betrinken? Das machen ein paar. Oder manchmal kiffen.

Na gut, wer macht das nicht?

Ben: Auch wieder wahr (lacht). Dann wohl unser Bus. Es ist schon toll, in einem Bus statt einem Van zu fahren, auch wenn es zuerst merkwürdig war. Nach unserem Konzert war ich gestern zum Beispiel krank und bin gleich um acht Uhr ins Bett gegangen. Das wäre bei 12 Stunden Fahrt zum Hurricane eine sehr schlechte Nacht für mich gewesen, jetzt konnte ich aber gut schlafen und bin nun wieder fit.

Okay, dann fangt bloß auch in Zukunft nicht damit an, Hotelzimmer zu zerkloppen! Danke für das Interview!

(Jan Martens helga-rockt.de)
Foto: jk
Zurück zur Übersicht
Wääärpunk:
typ:kaeseblattfolder:2010-09file:orange_blossom.jpg

07.09.: Orange Blossom reloaded

Zweite Runde des muggeligen Festival im Jugendzentrum
Rotenburg. Bereits zum zweiten mal wird die Bühne im Jugendzentrum Zeuge des Orange Blossom Festival...

typ:kaeseblattfolder:2010-09file:100910_PR_Foto Wallraf.jpg

07.09.: Enthüllungen mit Sprengkraft

Günter Wallraff ist am Freitag im Bremer Kito zu Gast
Bremen. Günter Wallraffs Enthüllungen in seinem neuen Buch „Aus der schönen neuen Welt“ beinhalten e...

06.09.: Grunz beim Bund Benefiz-Ausgabe des Metal M...

31.08.: Mit dem Bus nach Hannover Local Heores Who Killed Fra...

31.08.: Bremens finest Indie-Musik Drittes Überseefestival bei...

28.08.: Eine klare Linie Moabit bringen ihre EP "Ton...

27.08.: Mal so richtig feiern Kleinstadthelden veröffentl...

24.08.: Sommerliche Klänge Freitag wird Musik im Jugen...

24.08.: Macht doch was ihr wollt! Row-People lädt euch beim S...

21.08.: Und, wer fährt nach Hannover? Gestern Abend ging es in ei...

18.08.: Local Heroes 2010 - Wir stellen vor! Nievida stellen sich kurz v...

18.08.: Metal Splash IV kommt! Bestätigt: Rotenburgs Härte...
suche
Wer suchet, der findet!

Wääärpunk:
news
Mehr aus musik:
07.09.10: Orange Blossom reloaded
Zweite Runde des muggeligen Festival im Jugendzent... anzeigen
07.09.10: Enthüllungen mit Sprengkraft
Günter Wallraff ist am Freitag im Bremer Kito zu G... anzeigen
06.09.10: Grunz beim Bund
Benefiz-Ausgabe des Metal Militia Festivals bringt... anzeigen
31.08.10: Mit dem Bus nach Hannover
Local Heores Who Killed Frank? nehmen euch mit in ... anzeigen
31.08.10: Bremens finest Indie-Musik
Drittes Überseefestival beim alten Zollamt / Die M... anzeigen
forum
Scheffrocker A. zum Thema "Bist Du Drummer oder Gitarrist? ": Suche hochmotivierten Drummer + Gitarristen (evtl.... weiter
jk zum Thema "Bildkommentar zu Erntefest All Over XV 2010 (jk) ": so wie die sons of howie munson gas gegeben haben ... weiter
olaf zum Thema "Bildkommentar zu Erntefest All Over XV 2010 (jk) ": Qualmt der? Geiles Bild. Geile Band. Geile Veranst... weiter
monatspeople
08.08.: Lukas ist ein ROW-people.
Wir stellen euch EUCH vor.
mehr
Wääärpunk:
kolumne
typ:folder:file:images/team/mr.jpg
Matze monologisiert:
Gebt mir 147
Wie sich Visselhövede wieder aus der Affäre zieht.... mehr

: (07.09.10):
Das Sahnehäubchen auf der Datenpreisgebungstorte mehr

Granti grantelt: (12.08.10):
Die schmierige Wolke der Verfastfoodung mehr

Olaf denkt: (29.07.10):
Die Wolke der Verantwortunslosigkeit mehr

Arne ahnt: (13.07.10):
Das kleinste Internet ist im Scheeßeler Rathaus mehr

attraktionen
Attraktion vom August
www: Omas Teich gerade er... Spruch: Weisheit von Reimer ... Bild: Nochmal Roskilde. 10...
mehr
news
Die letzten 5 News:
08.09.10: Und alle Wege nach Rotenburg...
...führen hinter einem Oetjen-LKW her. Nievida mit... anzeigen
07.09.10: Orange Blossom reloaded
Zweite Runde des muggeligen Festival im Jugendzent... anzeigen
07.09.10: Enthüllungen mit Sprengkraft
Günter Wallraff ist am Freitag im Bremer Kito zu G... anzeigen
06.09.10: Grunz beim Bund
Benefiz-Ausgabe des Metal Militia Festivals bringt... anzeigen
01.09.10: Frauen öffentlich ausgehängt
Ab Montag gibt es eine Frauengalerie im Rotenburge... anzeigen
news
Die 5 meistgelesenen Meldungen:
16431: Update: Local Heroes: Wir wollen euch! (17.07.07)
Cubish gewinnen Bandcontest... anzeigen
12713: Wo ist Tingeltangel-Bob? (03.07.06)
Rasta-Mann und militanter Deutschland-Fan ganz obe... anzeigen
7625: Mit Granate zum Erntefest (18.09.05)
19-Jähriger sorgt für Aufregung... anzeigen
6664: Blitzmeldung! (25.06.06)
Gewitter über dem Hurricane-Festival... anzeigen
6074: Besserwessis mit Atombusen (28.12.05)
Helft der Sprache: "Rote Liste" mit bedrohten Wört... anzeigen
cddesmonats
typ:cd-coverfolder:file:er-cover.jpg
Eternal Reign - The Dawn Of Reckoning
Sind Metaller eigentlich die besseren Musiker? Können Männer mit lange...
news
Die letzten 5 Top-Storys:
06.09.10: Weltherrschaft und persönliche Etappenziele
Von Eternal Reign, Iron Priest, Marianne`s Sons un... anzeigen
22.08.10: Geburtstag feiern mit dem Erntefest All Over XV
Das E:A:O wird am 03.09. stattliche 15 Jahre alt u... anzeigen
06.08.10: Deine zehn Minuten Ruhm: Live und in Farbe
Sei dabei auf der ROW-People Open Stage beim Schee... anzeigen
31.07.10: 30 Jahre Faltermansche Qualität
Besenschwinger unterwegs!... anzeigen
19.07.10: Abkühlung gefällig?
Es ist heiß draußen - Kühlt euch ab in den Bademög... anzeigen
onlinepeople
22 User online.
Da treiben sie sich rum:
Sonstiges(4) Käseblatt(7) Mitreden(3) Party On(7) Specials(1)
995 User heute
3.592 User gestern
Monats-ø 3.101
1 User im Forum online.
charts

Startseite | Nach oben | Inhaltsverzeichnis | Werben | Kontakt | Impressum
©2001-2009 by row-people e.V.
Seitenaufbau : 0.52 Sekunden